LinkedIn 360 Brew: Was sich durch das neue KI-System ändert
Haben Sie bemerkt, dass Ihre LinkedIn-Beiträge weniger Menschen erreichen? Der Grund könnte LinkedIn 360 Brew sein – das neue KI-System, das den bisherigen Algorithmus ersetzt hat.
Dieser Systemwechsel ist kein kleines Update, sondern eine grundlegende Neuausrichtung mit wichtigen Konsequenzen auch für öffentliche Einrichtungen. In diesem Beitrag erfahren Sie, was sich konkret ändert und wie Sie Ihre LinkedIn-Kommunikation darauf ausrichten können.
Was ist LinkedIn 360 Brew?
LinkedIn 360 Brew ist ein KI-System, das die bisherigen Algorithmen zur Steuerung von Sichtbarkeit ersetzt. Anders als früher analysiert es nicht nur einzelne Beiträge, sondern betrachtet Profile und Seiten ganzheitlich: Selbstbeschreibung, Kompetenzen, Themen, Kommentare und das gesamte Netzwerk werden einbezogen.
Die KI versteht Inhalte auf semantischer Ebene – sie erfasst die Bedeutung und den Kontext, nicht nur Schlagwörter. Damit entscheidet sie: Ist dieser Inhalt fachlich relevant? Steht dieses Unternehmen, also Ihre Behörde, für ein klares Thema? Passt der Beitrag zur Seitenidentität?
Für LinkedIn bedeutet das eine Rückkehr zu fachlicher Tiefe. Gleichzeitig geht die Plattform gegen generische Inhalte und oberflächliche Reaktionen vor.
Was bedeutet das konkret für Ihre Behörde?
Grundsätzlich bedeutet diese Änderung eine Chance für Behörden-Seiten auf LinkedIn. Schließlich sind Sie in Ihrer Kommunikation oft darauf eingestellt, fachlich fundiert und sachlich zu informieren.
Die Umstellung können Sie aber dafür benutzen, sich noch einmal mit den grundlegenden Informationen Ihrer Behörden-Seite auseinanderzusetzen: Stimmen alle Informationen zu Ihrer Behörde und nutzen Sie auch die 2.000 Zeichen aus, die Ihnen für Ihren Info-Text zur Verfügung stehen? Zeigen Sie eindeutig auf, um welche Themen es hier bei LinkedIn gehen soll?
Wenn diese grundsätzlichen Informationen angelegt sind, geht es um das Bespielen der Seite. Hierbei helfen folgende Tipps:
Ganzheitliche Bewertung statt Einzelbetrachtung: Bisher zählten vor allem Likes und Kommentare. Jetzt bewertet 360 Brew die inhaltliche Relevanz: Bietet Ihr Beitrag echten Mehrwert? Passt er zur Identität Ihrer Behörde?
Substanz statt Reichweiten-Tricks: Keyword-Fülle oder übermäßige Hashtags funktionieren nicht mehr. Die KI erkennt, ob Inhalte klar, fachlich fundiert und thematisch passend sind. Vage Texte werden seltener ausgespielt.
Fokus und Themenklarheit: Behörden, die sich auf drei bis fünf klar definierte Themen konzentrieren, werden vom System besser verstanden und können gezielter ausgespielt werden.
Qualität vor Quantität: Ein substanzieller Beitrag bringt mehr als häufiges Posten mit wenig Inhalt. Das kommt öffentlichen Einrichtungen grundsätzlich entgegen, die fundierte Informationen bieten, aber nicht täglich posten können.
Beispiele für gute Behördenseiten auf LinkedIn:
- Das Bundesverwaltungsamt [https://www.linkedin.com/company/bundesverwaltungsamtde/] spricht mit seiner LinkedIn-Seite potenzielle Bewerber:innen an. Das macht es sowohl auf informative und unterhaltsame Art. Auch mit Sicht auf die neuesten Entwicklungen bei LinkedIn sollte der hier eingeschlagene Weg funktionieren.
- Die Mitmachstadt Herrenberg [https://www.linkedin.com/company/stadt-herrenberg/] zeigt, wie auch eine Kleinstadt mit authentischer Kommunikation nachhaltig Wirkung und einen veritablen Followerkreis aufbauen kann.
- Die Landeshauptstadt München [https://www.linkedin.com/company/stadt-muenchen/] zeigt in ihren Beiträgen die ganze Vielfalt der bayerischen Landeshauptstadt. Das ist nicht nur informativ, sondern wirkt auch nahbar und lebendig.
Was Ihre Behörde jetzt konkret auf LinkedIn tun kann
- Profil thematisch schärfenÜberprüfen Sie Ihre Unternehmensseite: Wird klar, wofür Ihre Behörde stehtund was Sie mit Ihrer Company Page erreichen wollen? Definieren Sie zwei bis vier Kernthemen wie „Digitale Verwaltung“ oder „Employer Branding“.
- Content-Strategie überdenkenSetzen Sie auf fachlich fundierte Beiträge mit Mehrwert. Eine gut recherchierte Analyse wirkt stärker als oberflächliche Posts. Planen Sieje nach Möglichkeit zwei bis drei substanzielle Beiträge pro Monat – mit größeren Ressourcen auch gern mehr.
- Konsistentkommunizieren Bleiben Sie bei Ihren Kernthemen. Wenn Sie verschiedene Bereiche abdecken müssen, nutzen Sie wiederkehrende Formate zu bestimmten Themen. Das kann zum Beispiel ein Newsletter für Forschungs-News aus Ihrem Institut sein, während es in Ihren Beiträgen um HR-Kommunikation geht.
- Interaktion mit TiefeCorporate Influencer sollten inhaltlich kommentieren– nicht nur mit „Interessant!“ oder „Toller Beitrag!“. Hier sollte Fachkompetenz und echtes Interesse gezeigt werden.
- Geduld mitbringenDer Aufbau von Sichtbarkeit braucht Zeit. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn die Reichweite zunächst zurückgeht. Kontinuität zahlt sich aus.
Fazit: Chance für qualitätsbewusste Behördenkommunikation
Der Wechsel zu LinkedIn 360 Brew markiert eine Zäsur. Für öffentliche Einrichtungen bedeutet das zunächst eine Herausforderung: Sie müssen ihre Profile schärfen, konsistenter kommunizieren und noch mehr auf Qualität setzen.
Gleichzeitig bietet das System eine große Chance. Behörden, die auf fundierte Fachinformation setzen, profitieren langfristig. Ihre Expertise wird sichtbarer, ihre Inhalte erreichen die richtigen Zielgruppen – unabhängig von der Netzwerkgröße.
Die Devise lautet: Weniger posten, dafür besser. Klare Themen definieren. Substanz über Schlagworte stellen. Dann wird LinkedIn auch mit 360 Brew ein wertvoller Kanal bleiben.
