Vom Netzwerk zum Arbeitsplatz: Warum LinkedIn für modernes Recruiting unverzichtbar ist
Die Arbeitswelt verändert sich — und damit auch Recruiting. Gedruckte Stellenanzeigen und die Karriereseite allein genügen nicht mehr: Kandidat:innen recherchieren online und treffen Entscheidungen lange vor der Bewerbung. LinkedIn hat sich deshalb von einem Netzwerk zu einem strategischen Hebel für modernes Recruiting entwickelt — auch für Behörden und Verwaltungen.
Die Zeiten, in denen Stellenanzeigen in Zeitungen oder auf der eigenen Behörden-Website ausreichten, sind schon lange vorbei. In den letzten 20 Jahren haben sich Recruiting-Strategien massiv gewandelt. LinkedIn hat sich dabei von einer reinen Networking-Plattform zu einem unverzichtbaren Werkzeug für die moderne Personalgewinnung entwickelt – auch und gerade für Behörden.
In den letzten Jahren kommt zudem die Herausforderung dazu, dass sich der Arbeitgebermarkt hin zu einem Bewerbermarkt gewandelt hat: (Zukünftige) Fach- und Führungskräfte können sich ihre Unternehmen oft aussuchen – und zwingen diese damit dazu, sich möglichst attraktiv für passende Kandidat:innen zu machen.
Immer mit im Blick: die Candidate Journey
Potenzielle Bewerberinnen und Bewerber informieren sich online über Arbeitgeber, lange bevor sie eine Bewerbung schreiben. LinkedIn spielt dabei eine zentrale Rolle: Dabei geht es für einen Arbeitgeber auch darum, Fach- und Führungskräfte latent anzusprechen, selbst wenn diese gerade nicht direkt auf der Suche sind.
Indem hier Behörden und öffentliche Institutionen immer wieder zeigen, wie vielfältig und interessant die Karrieremöglichkeiten sind, sprechen sie auch Kandidaten an, die den öffentlichen Dienst vielleicht gar nicht zuerst in Betracht gezogen haben.
Natürlich ist LinkedIn aber auch für aktiv suchende Bewerberinnen und Bewerber ideal zur Jobsuche und Arbeitgeberrecherche.
Um die für Sie geeigneten Kandidaten zu erreichen, ist es wichtig, sich bei Erstellung einer LinkedIn-Strategie mit dieser Candidate Journey auseinanderzusetzen:
- An welchem Punkt befindet sich ein möglicher Kandidat, eine Kandidatin, wenn diese Person auf LinkedIn unterwegs ist?
- Welche Gedanken, Bedürfnisse und Wünsche hat eine Bewerberin oder ein Bewerber, der bald eine Ausbildung, ein Studium oder vielleicht auch eine Fortbildung abschließt?
- Wie geht es der Person, wenn sie sich im Bewerbungsprozess befindet?
- Welche Punkte könnten für eine Mitarbeiterin im öffentlichen Dienst interessant sein, die „eigentlich“ ganz zufrieden mit ihrem aktuellen Job ist?
Ein Beispiel aus der Praxis:
- Das Land Niedersachsen macht mit dem Karriere-Account bei LinkedIn nicht nur auf die eigene Behörde aufmerksam, sondern bindet andere Behörden landesweit mit ein. Dadurch wird ersichtlich, wie vielfältig die Möglichkeiten im niedersächsischen öffentlichen Dienst sind – egal, ob ich ein Praktikum während des Studiums machen möchte oder einen Einstiegsjob suche: https://www.linkedin.com/company/arbeitgeber-niedersachsen/
Arbeitgebermarke sichtbar machen
LinkedIn ist mehr als ein Recruiting-Tool, es ist Ihre digitale Visitenkarte als Arbeitgeber. Durch eine aktive Präsenz können Sie zeigen, was Ihre Behörde auszeichnet:
- Teilen Sie Einblicke in den Arbeitsalltag durch Mitarbeiter-Stories und Projektberichte – hier bieten sich kurze Videos oder Bilder-„Geschichten“ besonders an.
- Präsentieren Sie Ihre Werte, etwa Diversität, Work-Life-Balance oder Weiterbildungsmöglichkeiten. So können Sie durch Beiträge zeigen, wie zum Beispiel berufstätige Eltern unterstützt werden, wenn es mal mit der Kinderbetreuung hakt.
- Positionieren Sie sich als moderner, zukunftsorientierter Arbeitgeber im öffentlichen Dienst, indem Sie auf Benefits wie Jobticket, Carsharing oder Homeoffice-Lösungen aufmerksam machen.
Ein praktisches Beispiel:
Der Landtag Rheinland-Pfalz zeigt immer wieder in Beiträgen, welche Möglichkeiten es für Eltern gibt, Arbeit und Familie miteinander zu vereinbaren. Dazu wird immer wieder deutlich gemacht, wie sinnstiftend die Arbeit für eine Landesbehörde sein kann: https://www.linkedin.com/company/landtag-rheinland-pfalz/
Corporate Influencer: Nahbare Menschen aus dem Amt
Wenn möglich, sollten Sie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus Ihrer Behörde in Ihre LinkedIn-Strategie einbinden. Damit werden Sie als Arbeitgeber besonders nahbar – und erreichen vor allem wesentlich mehr Menschen als das eine Behörden-Seite bei LinkedIn je kann. Außerdem können diese ganz anders mit anderen LinkedIn-Nutzern interagieren, sich vernetzen und auch Fragen beantworten.
Konkrete Vorteile für Behörden
Die Nutzung von LinkedIn bietet Ihnen als Personalverantwortliche im öffentlichen Dienst handfeste Vorteile:
Effizientere Prozesse: Durch die Filterfunktionen sparen Sie Zeit bei der Kandidatensuche und können sich auf wirklich passende Profile konzentrieren.
Größere Reichweite: Ihre Stellenanzeigen erreichen nicht nur aktiv Suchende, sondern auch das Netzwerk Ihrer Mitarbeitenden, wenn diese Beiträge teilen.
Bessere Matching-Qualität: Die detaillierten Profile auf LinkedIn geben Ihnen bereits vor dem ersten Kontakt einen guten Eindruck von Qualifikationen und Karrierewegen.
Wettbewerbsfähigkeit: Private Unternehmen nutzen LinkedIn längst intensiv. Um im „War for Talents“ mithalten zu können, müssen auch Behörden dort präsent sein.
Der erste Schritt
Sie müssen nicht sofort ein vollständiges LinkedIn-Recruiting-Programm aufsetzen. Beginnen Sie mit kleinen Schritten: Erstellen Sie ein aussagekräftiges Unternehmensprofil, teilen Sie Ihre nächste Stellenausschreibung und ermutigen Sie Ihre Mitarbeitenden, Ihre Behörde als Arbeitgeber in ihren Profilen zu verlinken. Selbst diese grundlegenden Maßnahmen können Ihre Sichtbarkeit erheblich steigern.
Fazit
LinkedIn ist kein vorübergehender Trend, sondern ein etablierter Kanal, den Sie für erfolgreiches Recruiting nutzen sollten. Die Plattform bietet Ihnen die Möglichkeit, aktiv auf Talentsuche zu gehen, Ihre Arbeitgebermarke zu stärken und mit qualifizierten Fachkräften in Kontakt zu treten. Für moderne Personalarbeit im öffentlichen Dienst führt kein Weg mehr an LinkedIn vorbei.
