Vom Showauftakt zum Stadtimpuls: Wie Gelsenkirchen Konzerte neu denkt
Große Konzerte sind emotionale Höhepunkte – doch ihr wirtschaftlicher Effekt bleibt oft auf das unmittelbare Veranstaltungsumfeld beschränkt. In Gelsenkirchen geht man einen Schritt weiter. Mit den „Nachhaltigen Fan Events“ wird das Konzerterlebnis in die Innenstadt geholt – und damit bewusst zum Instrument der Stadtentwicklung gemacht. Für dieses Konzept erhält die Stadt den 3. Platz beim Staatsanzeiger Award in der Kategorie „Kultur & Tourismus”.
Die Innenstadt als Auftaktbühne
Vor ausgewählten Arena-Konzerten richtet die Stadt Gelsenkirchen zwischen Hauptbahnhof und Arena einen zentralen Treffpunkt für Fans ein: Musik, Gastronomieangebote, offizielle Merchandise-Stände und thematische Gestaltung passend zum jeweiligen Act schaffen ein gemeinsames Erlebnis – lange bevor das eigentliche Konzert beginnt.
Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt sich vor allem in der Dynamik der jeweiligen Fangemeinden. Jede Veranstaltung und jede Fanbase bringt ihre eigene Atmosphäre mit. Bei „Iron Maiden Town“ entstanden spontane Luftgitarren- und Bierbauchcontests. Fans von Bruce Springsteen stimmten a cappella Songs an und bei „Party PUR“ dominierte das gemeinschaftliche Rudelsingen. Die Innenstadt wird so zum Begegnungsort, der nicht inszeniert wirkt, sondern von den Fans selbst geprägt wird.
Wichtig für den Erfolg ist die gezielte Auswahl der Konzerte. Für besonders publikumsstarke Acts mit aktiven Fangemeinden nutzt die Stadt bewusst das Fan-Event-Format. Die Bewerbung erfolgt zielgruppenspezifisch, teilweise auch mit Unterstützung der Künstlerinnen und Künstler selbst.
Nachhaltigkeit auf mehreren Ebenen
Das Projekt versteht Nachhaltigkeit nicht nur ökologisch. Dekorationsmaterialien werden weiterverwendet oder für soziale Zwecke versteigert. So entstehen zusätzliche soziale Mehrwerte. Gleichzeitig profitieren Gastronomie und Einzelhandel messbar von längeren Aufenthaltszeiten der Besucher:innen.
Damit wird aus einem einzelnen Konzertabend ein stadtweiter Impuls – ökonomisch, sozial und imagebildend.
Kultur als Standortfaktor
Die Fan Events stärken nicht nur Umsätze, sondern auch das Selbstverständnis der Stadt. Die positive Resonanz trägt zur Identifikation der Bevölkerung mit Gelsenkirchen bei. Konzerte werden so zu mehr als isolierten Großveranstaltungen: Sie werden Teil einer strategischen Innenstadtentwicklung.
Bewerben Sie sich jetzt für den Staatsanzeiger Award
Der Staatsanzeiger vergibt die Awards (gestaltet von einer Kunsthandwerkerin) in fünf Kategorien für erfolgreiche und inspirierende Projekte – gerne auch jenseits unserer Landesgrenzen.
Was die Jury überzeugte
Die Jury hob hervor, dass Gelsenkirchen die Strahlkraft internationaler Konzerte gezielt nutzt, um nachhaltige Effekte für die Stadt zu erzielen. Das Projekt zeigt, wie Kommunen Großevents strategisch einbinden können – nicht als kurzfristige Highlights, sondern als Bausteine langfristiger Stadtentwicklung.
